Flexibles Konzept für feste Zähne: Was bedeutet „All-on-X“? „All-on-X“ bedeutet, dass eine Zahnprothese auf einer individuell festgelegten Anzahl von Implantaten befestigt wird. Je nach Mundsituation können 4, 5 oder 6 Implantate verwendet werden. In diesem Artikel erklären wir, wann welche Implantatanzahl Sinn macht und welche Folgen diese Entscheidung für Sie hat.
Inhaltsverzeichnis
Was ist All-on-X?
All-on-4™ vs. All-on-6
Kombination mit Comfour
FAQ
Bei All-on-4™ werden die hinteren Implantate schräg gesetzt, daher ist diese Versorgung auch bei weniger Knochenangebot möglich.
Bei All-on-6 pflanzen wir 2 zusätzliche Implantate ein, was der ganzen Versorgung mehr Stabilität verleiht. Das kann in manchen Fällen notwendig sein.
Je mehr Implantate im Spiel sind, desto teurer die Versorgung. An der Pflege und an der Langlebigkeit ändert sich jedoch nichts. In jedem Fall raten wir zu einer halbjährlichen zahnärztlichen Reinigung.
All-on-X-Zahnimplantate sind eine gute Möglichkeit, fehlende Zähne dauerhaft zu ersetzen. Bei dieser Methode werden 4 bis 6 stabile Titanimplantate eingesetzt, die eine komplette Zahnreihe tragen. So stabilisieren sie den Kieferknochen und wirken dem Knochenabbau entgegen. Das „X“ in All-on-X bedeutet, dass zu Beginn offen ist, wie viele Implantate gesetzt werden. Die Anzahl der Implantate hängt weniger von einem festen Schema ab, sondern von der individuellen Ausgangssituation im Kiefer.
Eine höhere Belastungsreserve im Backenzahnbereich gewünscht ist (z.B. bei Knirschern).
Ausreichend Knochen im Seitenzahnbereich vorhanden ist (oder durch Knochenaufbau hinzugefügt wird).
Der Kiefer eher schmal und nicht sehr hoch ist.
Der Zahnbogen lang ist.

All-on-4™ ist das bekanntere Versorgungskonzept und eine geschützte Marke. Während hier vier Implantate ausreichen, werden bei „All-on-6“ zwei zusätzliche Implantate verankert, und das auf andere Art und Weise. Beim All-on-4™-Konzept werden die äußeren Implantate leicht schräg gesetzt. Dadurch wird der sogenannte Hebelarm-Effekt reduziert, um ein mögliches Versagen der Brücke zu vermeiden. Beim All-on-6-Konzept hingegen werden die Implantate meist parallel gesetzt. Da zwei zusätzliche Implantate weiter hinten im Kiefer positioniert werden, ist die Lastenverteilung noch besser, was das Risiko eines Bruchs weiter verringert.
Was ist wann die bessere Wahl? All-on-4™ eignet sich häufig auch dann, wenn weniger Knochensubstanz vorhanden ist. Denn die schräge Lage der hinteren Implantate nutzt das vorhandene Knochenmaterial gut aus. Vor allem im Oberkiefer entscheiden wir uns häufig für 5 oder 6 Implantate. Denn der Oberkiefer ist etwas weicher als der Unterkiefer und kann daher maximale Stabilität erfordern.
Implantatüberleben nach 1 bis 5 Jahren: 99,66 % (All-on-4™) vs. 98,55 % (All-on-6).
Langfristiges Implantatüberleben (nach 5 Jahren): 98,14 % (All-on-4™) vs. 97,5 % (All-on-6).
Knochenverlust (langfristig): 1,28 mm (All-on-4™) vs. 0,94 mm (All-on-6).
Mechanische Komplikationen (z.B. mit Schrauben oder Prothesen): 5,9 % (All-on-4™) vs. 6,6 % (All-on-6).
Biologische Komplikationen (z.B. Entzündungen): 6,5 % (All-on-4™) vs. 7,4 % (All-on-6).
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Im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit verglichen Wissenschaftler 55 Studien und deren klinische Ergebnisse von All-on-4™- und All-on-6-Implantatversorgungen. Bewertet wurden Implantatüberleben, Knochenverlust am Implantatrand sowie Komplikationen.
Die Ergebnisse zeigen insgesamt sehr ähnliche klinische Erfolgsraten beider Konzepte, ohne klare Überlegenheit eines Systems. Unterschiede sind gering und statistisch nicht eindeutig. Die Studien weisen zudem eine hohe Heterogenität auf, weshalb die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten.
Auch interessant: Die Analyse deutet darauf hin, dass Faktoren wie Prothesenmaterial (z.B. Zirkon vs. Acryl) oder chirurgische Technik möglicherweise einen größeren Einfluss auf Komplikationen haben als die reine Implantatanzahl.

Die Kosten für eine All-on-X-Versorgung besprechen wir individuell. Der Aufpreis für All-on-6 gegenüber All-on-4™ entsteht nicht nur durch zwei zusätzliche Implantate, sondern auch durch eine längere OP-Zeit, komplexere Planung der Statik und mehr Material (Abutments, Schrauben). Am Ende entscheiden aber nicht die Kosten, sondern die medizinische Indikation, welches System sinnvoll ist und die Lebensqualität spürbar verbessert. Wir erklären Ihnen genau, mit welchen Kosten in Ihrem Fall zu rechnen ist.
Egal ob 4 oder 6 Implantate: Eine Kombination mit Comfour ist immer möglich.
Bei Comfour handelt es sich um ein prothetisches System der Firma Camlog, das die Herstellung und Verschraubung einer festsitzenden Brücke auf Implantaten ermöglicht.
Es basiert auf speziellen Stützpfeilern und vorgefertigten Komponenten und erlaubt gerade oder abgewinkelte Schraubkanäle.
Bei ungünstiger Implantatposition kann dieses flexible System in der Zahnmedizin von Vorteil sein.
Wenn diese Lösung sinnvoll ist, arbeiten wir in unserer Klinik für Implantologie damit.
Auch bei fortgeschrittenem Knochenabbau im Oberkiefer gibt es fast immer eine Lösung. Zygoma-Implantate werden im Jochbein verankert und ermöglichen festsitzenden Zahnersatz auch dann, wenn im Kiefer kaum noch Knochen vorhanden ist.
Welches System sich im Einzelfall eignet, entscheiden wir gemeinsam nach einer 3D-Diagnostik und einer ausführlichen Beratung.

Dr. Kraus gehört zu den wenigen Zygoma-Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Gerade Patienten mit sehr starkem Knochenabbau kommen dafür aus ganz Deutschland nach Mainz.
Dr. Kraus hat über 20.000 Implantate und mehrere Tausend All-on-4™-Versorgungen durchgeführt. Als zertifiziertes All-on-4™-Kompetenzzentrum und ZAGA Center gehört unsere Klinik zu den spezialisierten Einrichtungen für komplexe Implantatversorgungen. Moderne Infrastruktur, strenge Hygienestandards und ein eigenes zahntechnisches Meisterlabor sorgen für eine präzise Behandlung.
Über 20.000 gesetzte Implantate und mehrere Tausend All-on-4™-Versorgungen.
Zertifiziertes All-on-4™-Kompetenzzentrum und ZAGA Center für komplexe Implantatversorgungen.
Eigenes zahntechnisches Meisterlabor und vollständig digitale Planung für maximale Präzision.
Wir zeigen Ihnen individuell, welche All-on-X-Variante für Ihre Ausgangssituation am besten geeignet ist. Rufen Sie uns an oder buchen Sie online einen Beratungstermin.
Das All-on-X-Konzept beschreibt die festsitzende Versorgung eines zahnlosen Kiefers mit meist 4 bis 6 strategisch positionierten Implantaten, die eine vollständige Brücke tragen. Je mehr Stabilität nötig ist, desto mehr Implantate sollten es sein. Ziel ist eine funktionelle, stabil verankerte und oft früh belastbare Rekonstruktion ohne herausnehmbare Prothese.
Die Kosten für Implantate plus Prothese besprechen wir individuell. Einflussfaktoren sind unter anderem Implantatanzahl, prothetische Versorgung, digitale Planung, Sedierung sowie mögliche Knochenaufbaumaßnahmen. Bei einem Beratungstermin erfahren Sie mehr.
Der chirurgische Eingriff erfolgt in der Regel unter Sedierung oder Vollnarkose und ist dadurch schmerzfrei. Postoperativ können Schwellungen und Wundschmerzen auftreten, die jedoch meist innerhalb weniger Tage abklingen und gut mit Schmerzmedikation kontrollierbar sind.
Unmittelbar nach der Behandlung ist eine weiche Ernährung erforderlich, um die Implantate während der Einheilphase nicht zu überlasten. Nach der osseointegrierten Heilung und Eingliederung der definitiven Versorgung ist in der Regel wieder eine weitgehend normale Kaufunktion möglich, abhängig von individueller Ausgangssituation und Prothesendesign.
Ja, auch im Bereich von Implantaten kann es zu Knochenverlust kommen, insbesondere bei entzündlichen Prozessen wie Periimplantitis. Gleichzeitig erhalten Implantate den Knochen durch funktionelle Belastung deutlich besser als nicht implantatgetragene Prothesen, verhindern jedoch den Knochenabbau nicht vollständig.
In einer systematischen Auswertung von 55 Studien lagen die Implantatüberlebensraten nach 5 Jahren bei rund 98 % für beide Konzepte. Wichtig für die Langlebigkeit sind regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und eine konsequente Mundhygiene.