Zahnimplantate: Risiken kennen und minimieren
Zahnimplantate sind eine seit vielen Jahren etablierte Möglichkeit, fehlende Zähne dauerhaft zu ersetzen. Wie jeder operative Eingriff ist jedoch auch eine Implantation mit möglichen Risiken und Komplikationen verbunden.
Wie hoch das individuelle Risiko ist, hängt unter anderem von der Ausgangssituation im Kiefer, dem allgemeinen Gesundheitszustand, bestimmten Medikamenten, Rauchen und der Mundhygiene ab. Eine sorgfältige Diagnostik und Planung sowie eine konsequente Nachsorge können dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und möglichst gering zu halten.
Auf dieser Seite erklären wir Ihnen offen, welche Risiken bei Zahnimplantaten auftreten können und was wir tun, um diese zu reduzieren.

Risiken von Zahnimplantaten im Überblick
Etablierter Eingriff
Implantationen gehören zu den etablierten oralchirurgischen Behandlungen. Dennoch handelt es sich um einen operativen Eingriff, dessen individuelle Risiken vorab beurteilt werden müssen.
Infektionen & Wundheilungsstörungen
Wie nach anderen chirurgischen Eingriffen können Infektionen oder Wundheilungsstörungen auftreten. Veränderungen wie zunehmende Schmerzen, Schwellungen, Blutungen oder Sekretion sollten zeitnah kontrolliert werden
Blutungen & Schwellungen
Schwellungen, leichte Nachblutungen und Beschwerden können unmittelbar nach einer Implantation auftreten. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden sollte eine Kontrolle erfolgen.
Implantatverlust
In seltenen Fällen heilt ein Implantat nicht ausreichend in den Knochen ein oder verliert später seine Stabilität. Verschiedene medizinische und individuelle Risikofaktoren können dies beeinflussen.
Individuelle Aufklärung
Vor jeder Implantation besprechen wir die allgemeinen und persönlichen Risiken sowie mögliche Behandlungsalternativen mit Ihnen.

Wann sind Zahnimplantate mit mehr Risiken behaftet?
Zahnimplantate werden meist gut vertragen. In Einzelfällen können jedoch Komplikationen auftreten. Sie hängen vor allem vom allgemeinen Gesundheitszustand, dem Lebensstil und der Mundhygiene ab. Auch die Lage des Implantats – Ober- oder Unterkiefer – spielt eine Rolle bei der Bewertung des Risikos.
Risiken und mögliche Nebenwirkungen sind in folgenden Fällen erhöht:
Unbehandelte Parodontitis
Schlechte Mundhygiene
Schlecht eingestellter Diabetes
Rauchen (verzögert sowohl den Heilungsprozess und kann zudem die Lebensdauer von Zahnimplantaten verringern)
Einnahme bestimmter Medikamente
Systemische Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen
Bruxismus (Zähneknirschen)
Manche Risiken lassen sich leicht aushebeln, beispielsweise durch eine oder eine Bruxismus-Behandlung. Starken Rauchern wird empfohlen, den Tabakkonsum nach der OP zumindest für einige Zeit einzustellen und danach deutlich zu verringern, um lange Freude am festen Zahnersatz zu haben.
Welche Risiken bergen Zahnimplantate?
Jeder operative Eingriff ist mit Risiken verbunden. Aber die Risiken einer Implantation sind vergleichsweise gering. Dazu die Leitlinie der DGI:
„Verglichen mit anderen medizinischen Implantationsverfahren, wie beispielsweise der orthopädischen Gelenkprothetik, sind Aufwand, Patientenbelastung und Komplikationen in der zahnärztlichen Implantologie im Schweregrad als eher gering einzustufen.“
Gleichzeitig sind Zahnimplantate aus ästhetischer und funktioneller Sicht meist besser und länger haltbar als herausnehmbarer Zahnersatz.
Mögliche Risiken sind:
Wundinfektion
Periimplantitis
Fehlende Einheilung oder Implantatverlust
Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen
Besondere anatomische Risiken im Oberkiefer
Wundheilungsstörungen und Schmerzen durch Zahnimplantate
Risiken bei Knochenaufbau und Knochenersatzmaterialien
Unverträglichkeit von Titan
Wundinfektion
Die häufigste Komplikation ist die Wundinfektion, die laut Leitlinie in 0,6 bis 3 Prozent der Fälle auftritt. Eine Infektion lässt sich in der Regel problemlos behandeln und klingt danach folgenlos ab.
Periimplantitis
Dabei handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des Gewebes um das Implantat, die eine Weile nach der Implantation entsteht. Typische Symptome sind Blutungen und zurückweichendes Zahnfleisch. Die Periimplantitis tritt in den ersten 5 Jahren nach der Implantation bei 12 bis 43 Prozent der Behandelten auf. Sie kann langfristig die Entfernung des Implantats notwendig machen und sollte daher rasch behandelt werden. Mehr Informationen über Periimplantitis erhalten Sie hier.
Abstoßungsreaktionen
Bei schlechter Knochensubstanz, mangelhafter Mundhygiene, Rauchen, Materialschäden oder bestimmten Vorerkrankungen (z. B. unkontrollierter Diabetes) kann das Implantat nicht richtig einwachsen. Das kommt allerdings selten vor. Laut einer Studie mit 202 Patientinnen und Patienten traten nur bei 6 ein frühzeitiger Implantatverlust im ersten Jahr nach der Implantation auf.
Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen
Vorübergehende Nervenschädigungen wurden bei 2,95 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmereiner Studie festgestellt. Anhaltende Neuropathien (Nervenschmerzen) traten nur bei 1,7 Prozent auf. Moderne 3D-Diagnostik und Bohrschablonen können das Risiko reduzieren, da eine computerbasierte Planung eine präzisere Implantation ermöglicht.
Spezielles Risiko bei Implantaten im Oberkiefer
Wird ein Implantat zu tief gesetzt, kann die Kieferhöhle eröffnet werden. Meist sind die kleinere Öffnungen, die direkt mit einer Kollagenmembran wieder verschlossen werden.
Schmerzen durch Zahnimplantate
Ein leichtes Druckgefühl oder Schwellungen nach dem Eingriff sind normal und klingen rasch ab, bzw. sind mit einem verschriebenen Schmerzmittel gut aushaltbar. Länger anhaltende oder starke Schmerzen nach der Implantation können der Erfahrung nach auf Komplikationen hinweisen – etwa auf Entzündungen an den Zahnimplantaten.
Nebenwirkungen von Knochenersatzmaterial
Synthetische oder tierische Knochenersatzstoffe werden seit Jahren verwendet und gelten als sehr sicher. Nebenwirkungen sind äußerst selten und betreffen meist die Wundheilung rund um die Zahnimplantate. Im Rahmen eines Sinuslift ist es auch wichtig, sich an ein temporäres Schnäuzverbot zu halten, so dass die neu aufgebauten Knochen-und Gewebestrukturen nicht durch Druck gefährdet werden.
Unverträglichkeit gegen Titan
Titan gilt als extrem körperverträglich. Symptome einer möglichen Unverträglichkeit sind Nesselsucht, Schwellungen, Schmerzen und Knochenverlust. Mit einem Allergietest können sich Betroffene Gewissheit verschaffen.
Können Zahnimplantate Krankheiten auslösen?
Krebs durch Zahnimplantate?
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass Zahnimplantate Krebs verursachen. Die üblicherweise verwendeten Implantatmaterialien Titan und Zirkonoxid sind seit vielen Jahren medizinisch etabliert und gelten als gut verträglich.
Unabhängig davon können sich – wie an natürlichen Zähnen – auch im Gewebe rund um Implantate Entzündungen entwickeln. Eine solche Periimplantitis sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden, steht jedoch nicht mit einer krebserregenden Wirkung des Implantatmaterials gleich.
Regelmäßige Kontrollen, eine sorgfältige Mundhygiene und professionelle Implantatprophylaxe tragen dazu bei, die Gewebe rund um das Implantat langfristig gesund zu erhalten.
Entscheidend für das individuelle Risiko sind vor allem:
Genetische Veranlagung
Allgemeiner Gesundheitszustand
Lebensstil (z. B. Rauchen)
Mundhygiene und Entzündungsstatus

Risiko oder mehr Lebensqualität – was überwiegt bei Zahnimplantaten?
Die Risiken von Zahnimplantaten gelten insgesamt als eher gering: Laut einer Studie sind 92,3 Prozent der Befragten sowohl mit der Funktion als auch mit der Ästhetik ihres implantatgetragenen Zahnersatzes vollkommen zufrieden. Darüber hinaus berichten viele Patientinnen und Patienten über eine langfristige Zufriedenheit mit ihren Implantaten. Einer Studie zufolge sind die eingesetzten Implantate bei 70 Prozent der Befragten auch nach 20 Jahren noch intakt. Das strahlende Lächeln bleibt also meist über lange Zeit erhalten!
Wie lassen sich Risiken minimieren?
3D-Röntgenund Bohrschablonen
Digitale Planung und navigierte Implantologie ermöglichen es, Implantate millimetergenau zu setzen.
Individuelle Beratung
Vor jedem Eingriff klären wir, ob Vorerkrankungen, Medikamente oder Risikofaktoren vorliegen und die Nachbarzähne gesund sind.
Gute Nachsorge
Befolgen Sie strikt die Anweisungen Ihres Zahnarztes nach der Implantation, um das Implantat nicht zu überlasten und eine gute Einheilung zu gewährleisten.
Regelmäßige Kontrollen
Auch nach dem Einsetzen der Implantate bleiben wir an Ihrer Seite. So können wir mögliche Probleme frühzeitig erkennen. Sollten Probleme mit dem Implantat auftreten – etwa Lockerungen, Schwellungen oder Blutungen – sollten Sie am besten gleich in unsere Klinik kommen.
Rauchen vermeiden
Tabakkonsum kann die Lebensdauer Ihrer Implantate beeinträchtigen. Am besten wäre daher ein konsequenter Rauchstopp.
Professionelle Implantatpflege
Regelmäßige Reinigung durch Fachpersonal und gute häusliche Mundpflege sind entscheidend für den Langzeiterfolg.

Zahnimplantate: Risiken kennen, Behandlung sorgfältig planen
In der Dr. Kraus Implantatklinik gehört eine umfassende und individuelle Aufklärung zu jeder Implantatbehandlung.
Wir besprechen mit Ihnen mögliche Risiken ebenso wie Ihre persönlichen Voraussetzungen und zeigen Ihnen, wie sich Risiken bereits durch sorgfältige Planung und geeignete Maßnahmen möglichst reduzieren lassen.
Erfahrung und Sicherheit in der Implantologie
Erfahrung & Spezialisierung
Dr. Daniel Kraus ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie, M.Sc. Implantologie und M.Sc. Parodontologie. Mit über 20 Jahren Erfahrung und mehr als 20.000 gesetzten Implantaten verfügt er über umfassende Expertise – auch bei komplexen implantologischen Ausgangssituationen.
Moderne Diagnostik & Ausstattung
3D-Diagnostik (DVT), digitale Implantatplanung, zwei moderne OPs und unser eigener Klinikbereich ermöglichen eine präzise Planung und auf den jeweiligen Eingriff abgestimmte Behandlung.
Breites implantologisches Spektrum
Von klassischen Zahnimplantaten und Knochenaufbau bis zu Mini-Implantate , lange Zygoma-Implantate, All-on-4™ und Pterygoidimplantaten bieten wir unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. So können wir auch bei schwierigen Voraussetzungen individuell prüfen, welche Versorgung medizinisch sinnvoll ist.
Sie haben Fragen oder wünschen eine persönliche Beratung? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Häufige Fragen und Antworten
Wie viel Prozent der Zahnimplantate versagen?
Laut einer Studie sind Implantate nach 20 Jahren bei 70 Prozent der Befragten noch intakt. Das bedeutet, dass manche Patientinnen und Patienten gute Chancen haben, ihre Zahnimplantate ein Leben lang zu tragen. In manchen Fällen gehen Implantate aber bereits nach wenigen Jahren verloren, etwa weil sie sich lockern oder entzünden.
Welche Probleme können Zahnimplantate bereiten?
Mögliche Probleme von Implantaten sind Entzündungen wie Periimplantitis, eine Lockerung des Implantats, Schmerzen, Kieferhöhlenverletzungen oder Gefühlsstörungen. Auch Knochenabbau um das Implantat herum kann auftreten. Regelmäßige Kontrollen helfen, solche Probleme frühzeitig zu erkennen. Auch eine regelmäßige professionelle Implantatreinigung ist empfehlenswert, um die schwerzugänglichen Übergänge zwischen Implantat und Zahnfleisch zu säubern.
Was sind die Nachteile von Zahnimplantaten?
Zahnimplantate erfordern einen chirurgischen Eingriff mit entsprechender Heilungszeit. Außerdem müssen Patientinnen und Patienten einen großen Teil der Kosten selbst tragen. Bei unzureichender Pflege kann es zu Entzündungen oder langfristigem Implantatverlust kommen, ein weiterer potentieller Nachteil von Implantaten. Bei guter Mundhygiene können Implantate jedoch viele Jahre halten!
Was kann bei Implantaten schiefgehen?
Bei Zahnimplantaten kann es zu Entzündungen (z. B. Periimplantitis), einer mangelhaften Einheilung, Nervenverletzungen oder Materialunverträglichkeiten kommen. Auch Fehlpositionierungen oder Infektionen können Komplikationen verursachen. Eine sorgfältige Planung und Nachsorge minimieren diese Risiken deutlich.











