

Ein bereits deutlich abgebauter Kieferknochen stellt sich in der Regel nicht von selbst in seiner ursprünglichen Form wieder her. Deshalb ist es wichtig, die Ursache des Knochenabbaus zu erkennen und weiteren Knochenverlust möglichst früh zu stoppen. Je nach Ursache, Ausmaß und Form des Defekts kann verlorener Knochen mit gezielten regenerativen Verfahren oder einem Knochenaufbau teilweise wiederhergestellt werden.Was Sie selbst tun können und welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Kieferknochenabbau gibt, erklären wir Ihnen hier.
Knochenabbau im Kiefer stoppen: Auf einen Blick
Ursachen frühzeitig erkennen: Parodontitis, fehlende Zähne oder Entzündungen können dazu führen, dass sich der Kieferknochen zunehmend abbaut.
Knochenabbau stoppen: Regelmäßige Kontrollen, eine gute Mundhygiene und wenn nötig eine individuell abgestimmte Parodontitis-Behandlung sind deshalb entscheidend, um den Zahnhalteapparat langfristig zu erhalten.
Fehlende Zähne versorgen: Nach einem Zahnverlust fehlt dem Kieferknochen die natürliche Belastung. Ein sinnvoller Zahnersatz – insbesondere mit Implantaten – kann helfen, die funktionelle Belastung wiederherzustellen.
Knochen wieder aufbauen: Ist bereits viel Kieferknochen verloren gegangen, können je nach Ausgangssituation regenerative Verfahren oder ein gezielter Knochenaufbau infrage kommen.
Was Ihr Zahnarzt bei Knochenabbau im Kiefer tun kann
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Entzündungen behandeln und Knochenabbau im Kiefer stoppen
Eine häufige Ursache für Knochenschwund im Kiefer ist Parodontitis. Die chronische Entzündung schädigt den Zahnhalteapparat und kann dazu führen, dass sich der Kieferknochen um die Zähne zurückbildet.
Eine gezielte Parodontitisbehandlung setzt deshalb an der Ursache an. Dabei werden bakterielle Beläge und Ablagerungen entfernt und die Entzündung kontrolliert. So lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung in vielen Fällen deutlich bremsen oder zum Stillstand bringen. Eine regelmäßige Nachsorge ist wichtig, um das Behandlungsergebnis langfristig zu stabilisieren.
Bereits verlorener Kieferknochen wächst durch eine Parodontitisbehandlung allerdings nicht automatisch wieder nach. Je nach Art und Ausmaß des Knochenverlusts können zusätzliche regenerative Verfahren infrage kommen.
Eines dieser regenerativen Verfahren ist Emdogain®. Dabei handelt es sich um ein Gel mit Proteinen, das die Regeneration des Zahnhalteapparats unterstützen soll. Wir setzen Emdogain® bei schweren parodontalen Defekten ein, um die Wiederherstellung des geschädigten Zahnhalteapparats zu fördern.
In einer Meta-Analyse zeigten sich nach einem Jahr Verbesserungen beim Halt des Zahns und eine Verringerung der Zahnfleischtaschentiefe. Die Ergebnisse unterschieden sich jedoch deutlich zwischen den Studien. Deshalb lässt sich aus den Daten nicht ableiten, dass Emdogain® bei jedem Patienten zu einem relevanten Knochenaufbau führt. Eine selektive Anwendung ist daher sinnvoll!
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Behandlung von Zahnverlust
Nach dem Verlust eines Zahnes fehlt dem Kieferknochen im Bereich der ehemaligen Zahnwurzel die natürliche Belastung. Der Knochen beginnt sich umzubauen und kann sich mit der Zeit zurückbilden. Dadurch nimmt das Knochenangebot ab und eine spätere Implantatversorgung kann erschwert werden.
Ein Zahnimplantat ersetzt nicht nur den sichtbaren Zahn, sondern auch die Zahnwurzel. Es überträgt beim Kauen Kräfte auf den Kieferknochen und kann so dem belastungsbedingten Knochenabbau entgegenwirken. Eine klassische Zahnbrücke schließt zwar die Zahnlücke, belastet den Knochen unter dem fehlenden Zahn jedoch nicht auf vergleichbare Weise.
Deshalb sollte nach einem Zahnverlust frühzeitig geprüft werden, ob eine Implantatversorgung sinnvoll und möglich ist.
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Knochenaufbau für mehr Knochenmasse
Ist der Kieferknochen bereits deutlich zurückgegangen, kann ein Knochenaufbau sinnvoll oder notwendig sein, um ausreichend Knochen für eine Implantatversorgung zu schaffen. Je nach Ausgangssituation kommen körpereigener Knochen oder Knochenersatzmaterialien infrage.
Ein Knochenaufbau ist aber nicht zwingend nötig, um Implantate bei Knochenschwund zu setzen. Denn es gibt moderne Alternativen!

Welche Implantate eignen sich bei Knochenschwund?
Zygoma-Implantate bei starkem Knochenabbau im Oberkiefer
Bei einem stark zurückgebildeten Oberkiefer reicht der vorhandene Kieferknochen für herkömmliche Zahnimplantate manchmal nicht mehr aus. In solchen Fällen können Zygoma-Implantate eine besondere Möglichkeit sein, dennoch feste Zähne auf Implantaten zu ermöglichen.Die längeren Spezialimplantate werden nicht ausschließlich im bereits stark abgebauten Oberkiefer verankert, sondern nutzen das stabile Jochbein (Zygoma) zur Verankerung. Dadurch kann selbst bei ausgeprägtem Knochenverlust eine stabile implantatgetragene Versorgung möglich werden – häufig ohne vorherigen umfangreichen Knochenaufbau.
Ob Zygoma-Implantate infrage kommen, hängt immer von der individuellen Anatomie und der geplanten Versorgung ab. Grundlage ist deshalb eine dreidimensionale Diagnostik (DVT), bei der Oberkiefer, Jochbein und Kieferhöhlen genau beurteilt und die Position der Implantate individuell geplant werden.
Was die Forschung sagt:
Auch die wissenschaftlichen Daten zeigen sehr gute Langzeitergebnisse. Eine Meta-Analyse von 18 Studien mit 623 Patienten und 1.349 Zygoma-Implantaten ermittelte nach durchschnittlich rund sechs Jahren eine Implantat-Überlebensrate von 96,2 %.
Besondere Erfahrung mit Zygoma-Implantaten
Dr. Daniel Kraus beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Versorgung von Patienten mit starkem Knochenabbau im Oberkiefer. Seit knapp zehn Jahren setzen wir Zygoma-Implantate ein und haben inzwischen mehr als 300 dieser Spezialimplantate versorgt.Diese langjährige Erfahrung werten wir aktuell auch wissenschaftlich aus. Die bisherigen Ergebnisse unserer laufenden Studie sind sehr vielversprechend: Sie zeigen eine Implantat-Überlebensrate von über 99 %.*Als zertifiziertes ZAGA Center sind wir zudem Teil eines internationalen Netzwerks spezialisierter Zygoma-Behandler. Der Zygoma Anatomy Guided Approach berücksichtigt die individuelle Anatomie jedes Patienten und ermöglicht eine entsprechend präzise und individuell geplante Implantation.So können wir auch Patienten mit sehr wenig Kieferknochen eine Perspektive auf feste Zähne bieten – häufig ohne umfangreichen vorherigen Knochenaufbau und, wenn die Voraussetzungen stimmen, mit einer festen Versorgung innerhalb von 24 Stunden.
*Vorläufige Ergebnisse unserer derzeit laufenden wissenschaftlichen Auswertung; die Studie ist noch nicht abgeschlossen und publiziert.
Was tun bei Kieferknochenabbau?
Auch bei bereits fortgeschrittenem Knochenabbau gibt es heute verschiedene Möglichkeiten, den Kieferknochen zu erhalten, wieder aufzubauen oder eine Versorgung mit Implantaten zu ermöglichen. Wir beraten Sie individuell, welcher Weg für Ihre Situation der richtige ist.

Prävention: Was Sie selbst tun können, um weiteren Knochenschwund im Kiefer zu stoppen
Gute Mundhygiene – die wichtigste Grundlage
Eine gründliche tägliche Mundhygiene hilft, bakterielle Beläge und Entzündungen zu reduzieren. Besonders wichtig ist dabei auch die Reinigung der Zahnzwischenräume. So lässt sich das Risiko für Parodontitis und den damit verbundenen Abbau des Kieferknochens deutlich senken.
Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt
Knochenabbau verursacht gerade am Anfang häufig keine Beschwerden. Bei regelmäßigen Kontrollterminen können Veränderungen an Zähnen, Zahnfleisch und Zahnhalteapparat frühzeitig erkannt werden. Entzündungen oder eine beginnende Parodontitis lassen sich so behandeln, bevor weiterer Knochen verloren geht.
Professionelle Zahnreinigung und Prophylaxe
Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) unterstützt dabei, Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten. Hartnäckige bakterielle Beläge werden entfernt und Bereiche gereinigt, die bei der häuslichen Zahnpflege nur schwer erreichbar sind.Wie häufig eine PZR sinnvoll ist, richtet sich nach Ihrer individuellen Mundgesundheit und Ihrem persönlichen Risiko. Bei einer bestehenden oder behandelten Parodontitis ist eine strukturierte parodontale Nachsorge (UPT) besonders wichtig.
Nicht rauchen
Rauchen erhöht das Risiko für Parodontitis und kann Heilungsprozesse sowie die Gesundheit des Knochens und des umgebenden Gewebes beeinträchtigen. Auch bei einer Implantatbehandlung ist Rauchen ein zusätzlicher Risikofaktor. Auf Nikotin zu verzichten gehört deshalb zu den wichtigsten Maßnahmen, um Zähne, Zahnhalteapparat und Kieferknochen langfristig zu schützen.
Grunderkrankungen gut einstellen lassen
Bestimmte Erkrankungen können Einfluss auf Knochenstoffwechsel und Zahnhalteapparat haben. Dazu gehören beispielsweise Diabetes und Osteoporose. Eine gute medizinische Einstellung und regelmäßige Kontrollen können deshalb auch für die Mund- und Knochengesundheit wichtig sein.
Ausgewogen ernähren
Eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen unterstützen die allgemeine Knochengesundheit. Dazu gehören insbesondere Kalzium und Vitamin D. Ein bereits verloren gegangener Kieferknochen lässt sich durch Ernährung allerdings nicht wieder aufbauen.
Häufige Fragen und Antworten
Was kann ich tun, um meinen Kieferknochen zu erhalten?
Entscheidend ist zunächst, die Ursache des Knochenabbaus zu behandeln. Eine konsequente Mundhygiene, regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und eine strukturierte Parodontitis-Nachsorge helfen, entzündungsbedingten Knochenverlust zu vermeiden.
Nach einem Zahnverlust kann eine frühzeitige Versorgung mit einem Zahnimplantat sinnvoll sein. Anders als eine Brücke ersetzt ein Implantat auch die fehlende Zahnwurzel und überträgt beim Kauen Kräfte auf den Kieferknochen. Damit kann es dem belastungsbedingten Knochenabbau entgegenwirken. Auch Rauchverzicht und eine ausreichende Versorgung mit für den Knochenstoffwechsel wichtigen Nährstoffen tragen zur allgemeinen Knochengesundheit bei.
Wie kann Kieferknochen wieder aufgebaut werden?
Welche Form des Knochenaufbaus im Kiefer sinnvoll ist, hängt davon ab, wo und wie viel Knochen fehlt. Je nach Ausgangssituation können körpereigener Knochen, Knochenersatzmaterialien oder eine Kombination verschiedener Verfahren eingesetzt werden.
Im seitlichen Oberkiefer kann beispielsweise ein Sinuslift notwendig sein, wenn unterhalb der Kieferhöhle nicht genügend Knochen für ein Implantat vorhanden ist. Bei größeren Knochendefekten kommen weitere Augmentationsverfahren infrage. Welche Methode geeignet ist, wird individuell anhand der anatomischen Situation geplant.
Wie wird Kieferknochenabbau festgestellt?
Am Anfang steht eine gründliche zahnärztliche Untersuchung. Dabei beurteilen wir unter anderem Zähne, Zahnfleisch, Zahnhalteapparat und vorhandenen Zahnersatz. Röntgenaufnahmen geben zusätzlich Aufschluss über das vorhandene Knochenangebot.
Wenn eine genaue dreidimensionale Beurteilung erforderlich ist – beispielsweise vor einer Implantation oder einem Knochenaufbau – kann eine digitale Volumentomographie (DVT) eingesetzt werden. Sie ermöglicht eine detaillierte 3D-Darstellung der anatomischen Strukturen und bildet die Grundlage für eine präzise Behandlungsplanung.
Was passiert, wenn sich der Kieferknochen weiter abbaut?
Die Folgen hängen von der Ursache ab. Bei einer fortschreitenden Parodontitis können Zähne zunehmend an Halt verlieren, sich verschieben oder im schlimmsten Fall verloren gehen.
Nach einem Zahnverlust kann sich der Kieferknochen im Bereich der Zahnlücke zunehmend zurückbilden. Das kann eine spätere Versorgung mit Zahnimplantaten erschweren und einen Knochenaufbau erforderlich machen.
Bei sehr starkem Knochenabbau im Oberkiefer können je nach Ausgangssituation auch Zygoma-Implantate eine Alternative zu einem umfangreichen Knochenaufbau sein.
Kann Knochenschwund im Kiefer unbemerkt bleiben?
Ja. Kieferknochenabbau entwickelt sich häufig langsam und zunächst ohne Schmerzen. Bei einer Parodontitis können beispielsweise Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang oder später gelockerte Zähne erste Hinweise sein.
Ein Knochenverlust nach Zahnverlust wird dagegen häufig erst bei der Planung von Zahnersatz oder Implantaten sichtbar. Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu
erkennen.
Was verursacht Knochenschwund im Kiefer?
Zu den häufigsten Ursachen für Kieferknochenabbau gehören Zahnverlust und Parodontitis. Nach dem Verlust eines Zahnes fehlt im Bereich der ehemaligen Zahnwurzel die natürliche funktionelle Belastung – der Knochen bildet sich dort mit der Zeit zurück.
Bei einer Parodontitis führen chronische Entzündungsprozesse zum Abbau des Zahnhalteapparates und des umgebenden Knochens. Weitere Faktoren wie Rauchen, bestimmte Allgemeinerkrankungen oder ungünstige Belastungsverhältnisse können den Knochenabbau zusätzlich begünstigen.
Kann sich Kieferknochen wiederaufbauen?
Knochen besitzt grundsätzlich eine natürliche Regenerationsfähigkeit. Ein bereits deutlich abgebauter Kieferknochen stellt sich jedoch in der Regel nicht von selbst in seiner ursprünglichen Form wieder her. Je nach Ursache und Ausmaß des Knochenverlusts kann der Knochen mit regenerativen Verfahren oder einem gezielten Knochenaufbau wiederhergestellt werden.
Wichtig ist außerdem, die Ursache des Knochenabbaus frühzeitig zu behandeln. So lässt sich weiterer Knochenverlust häufig verhindern oder deutlich reduzieren.








