Funktionsdiagnostik

Der Biss muss stimmen.

Sind die Bewegungen von Ober- und Unterkiefer nicht optimal aufeinander abgestimmt, leiden die Kiefergelenke und können eine Vielzahl von weiteren Beschwerden hervorrufen. Durch eine zahnärztliche Funktionsdiagnostik oder auch Funktionsanalyse, bzw. Kiefergelenksanalyse können Fehlbewegungen festgestellt und Ursachen beseitigt werden. Auch im Rahmen von umfangreichen Zahnsanierungen lohnt sich eine Funktionsanalyse, um den neuen Zahnersatz auf den idealen Biss abzustimmen.

Die Funktionsdiagnostik erfasst dabei zum einen die vorliegende Bisslage - also der Stand von Ober- und Unterkiefer zueinander – und analysiert zum anderen die Bewegung der Kiefergelenke in verschiedenen Richtungen. Störungen des Zusammenspiels zwischen des Ober- und Unterkiefers führen zu einer Beeinträchtigung von Gelenken und Muskulatur und können damit gezielt erkannt und der ideale Biss definiert werden.

Wann ist eine Funktionsdiagnostik sinnvoll?

  1. Bei umfangreichen Zahnsanierungen

    Eine Funktionsdiagnostik ergänzt Komplettsanierungen von vielen Zähnen oder ganzen Kiefern mit Zahnersatz und/oder Implantaten sinnvoll, wenn ein Großteil der Zahnoberflächen erneuert wird.

    Die bisherige Okklusion (also der Kontakt der Zähne des Oberkiefers mit denen des Unterkiefers) wird dabei ausgetauscht und kann mittels einer vorherigen Funktionsanalyse optimal auf den idealen Biss abgestimmt werden. Schmerzen oder Beschwerden nach dem Einsetzen des Zahnersatzes werden damit fast gänzlich vermieden.

  2. Bei bestehender oder vermuteter CMD

    Die CMD (Cranio-Mandibuläre Dysfunktion) ist eine Kaufunktionsstörung und dann vorhanden, wenn die Bissflächen der Zähne nicht perfekt aufeinander passen (Okklussionsstörung), z.B. durch z.B. durch Zahnfehlstellungen, Kieferfehlstellungen, nach Zahnextraktionen, durch fehlerhaften Zahnersatz, Zahnspangen oder Verletzungen.

    Eine CMD als Kiefergelenkserkrankung kann sich nicht nur negativ auf den Kauapparat auswirken, sondern auch  Ursache vieler, sogar chronischer Schmerzsymptome sein. Verspannungen der Kaumuskulatur können sich sogar über Wirbelsäule bis in den Beckenbereich fortsetzen.

Auffällige Symptome für das Vorliegen einer CMD

Überprüfen Sie anhand der folgenden CMD-Symptome, ob Sie von einer Sie möglicherweise von einer Kaufunktionsstörung betroffen sind und bei Ihn eine Kiefergelenksdiagnostik sinnvoll ist:

  • Zähneknirschen oder Zähnepressen
  • Einzelne oder mehrere empfindliche Zähne
  • Vollständige Mundöffnung  nicht möglich
  • Schmerzende Kaumuskulatur oder Kiefergelenksschmerzen
  • Schmerzen beim Kauen
  • Kieferknacken
  • Verspannungen oder Schmerzen in Nacken und Schultern
  • Häufige Spannungskopfschmerzen
  • Kopfschmerzen durch Zähneknirschen
  • Schmerzen in der Halswirbelsäule
  • Rückenschmerzen
  • Ohrgeräusche/ Schmerzen im Ohrbereich
  • Tinnitus
  • Stress

Je mehr Symptome bei Ihnen vorliegen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kieferfunktionsstörung vorliegt.

Ablauf Funktionsanalyse

Die Funktionsanalyse oder Funktionsdiagnostik besteht im Wesentlichen aus der Feststellung der aktuellen Lage von Ober- und Unterkiefer zueinander (Biss) und den daraus möglicherweise resultierenden Fehlbewegungen und der anschließenden Ermittlung der idealen Bewegung des Kiefergelenks in Verbindung mit dem daraus resultierenden Biss.

Die digitale Zahnmedizin ermöglicht heutzutage die Funktionsanalyse computergestützt und digital vorzunehmen und erreicht dabei sehr exakte Ergebnisse:

  1. Zahnärztliche Untersuchung und Beratung
  2. Abdrucknahme und Definition Ist-Biss
  3. Digitale Aufzeichnung kleinster Kieferbewegungen mittels eine Gesichtsbogens und eines am Unterkiefer temporär fixierten Empfangsmodul
  4. Digitale Aufzeichnung der Kieferbewegungen aller Richtungen
  5. Digitale Ermittlung des idealen Biss und Übertragung in Bissregistrat

Je nach Fragestellung werden die Ergebnisse der Funktionsanalyse dann als Bissvorgabe in einen Artikulator zur Herstellung des neuen Zahnersatzes übernommen oder Behandlungsmaßnahmen zur Therapie der CMD definiert.

Möglichkeiten zur CMD-Therapie

Im zahnärztlichen Bereich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten eine festgestellte Kauffunktionsstörung oder CMD zu behandeln.

Kurzfristig hilft meist eine Schienentherapie mit einer Aufbissschiene, die beispielsweise nachts getragen wird und die Kiefergelenke in der richtigen Position hält. Gerade dem Zähneknirschen lässt sich hier gut entgegenwirken und daraus resultierenden Spannungskopfschmerz lindern.  

Ist fehlerhafter Zahnersatz ursächlich für das Vorliegen einer CMD, so sollte dieser je nach Möglichkeit angepasst oder muss sogar neu angefertigt werden, um den Biss zu korrigieren.

Auch eine kieferorthopädische Behandlung kann sinnvoll sein, wenn grundsätzlich eine Fehlstellung der Zähne vorliegt und diese nicht durch prothetische Maßnahmen korrigiert werden kann.

Was noch wichtig ist

Die Kosten für eine Funktionsanalyse werden von den gesetzlichen Kassen - trotz des wissenschaftlich nachgewiesenen Nutzens - nicht getragen.

Private Krankenkassen oder private Zahnzusatzversicherungen übernehmen die Kosten hingegen in Abhängigkeit von den abgeschlossenen Verträgen.

Da das Vorliegen von Kiefergelenksfehlstellungen aber oft ursächlich für unterschiedlichste Schmerzen und Beschwerden ist, kann die die Investition in eine zahnärztliche Funktionsanalyse jedoch eine sinnvolle Investition in Lebensqualität sein.

Funktionsdiagnostik und Funktionsanalyse bei Dr. Kraus

  • Bei Dr. Kraus Zahnärzte + Implantatklinik arbeiten zahnärztliche Spezialisten und ein hauseigenes Zahntechnikerteam interdisziplinär zusammen, um Kiefergelenkserkrankungen zu erkennen und Störungen des Kauapparats zu beseitigen.
  • Die Funktionsdiagnostik wird mittels des digitalen Analysemodells Zebris durchgeführt, um möglichst genaue Ergebnisse zu erzielen.
  • Der Digitale Workflow ermöglicht eine direkte Integration der Funktionsanalyse in den Herstellungsprozess von Zahnersatz und Schienen.
  • Ergebnisse der digitalen Funktionsanalyse fließen in die digitale 3D-Implantatplanung ein, um Implantatpositionierung und Zahnersatz ideal aufeinander abzustimmen.

Sie haben Fragen zu einer Funktionsanalyse oder vermuten unter einer CMD zu leiden?

Rufen Sie uns an oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ihr Team der Dr. Kraus Zahnärzte Implantatklinik

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Häufig gestellte Fragen

Informationen rund um Ihre Behandlung finden Sie hier.

Was ist eine Funktionsdiagnostik beim Zahnarzt?

Die Funktionsdiagnostik beim Zahnarzt ist ein Teilgebiet der Zahnheilkunde und beschäftigt sich mit Bewegung der Kiefergelenke und deren Fehlstellung, bzw. Auswirkungen auf Zähne und Kiefergelenke.

Wie läuft eine Funktionsanalyse ab?

Die Funktionsanalyse ist eine zahnärztliche Diagnostik, bei der Mundöffnung, Kau- und Kiefergelenksbewegungen auf ihre korrekten Bewegungsabläufe hin untersucht werden.

Was ist CMD Funktionsanalyse?

Bei einer CMD Funktionsanalyse werden die Bewegungen der Kiefergelenke und Kaumuskulatur untersucht und analysiert. Liegt hier eine Störung in der Muskulatur oder den Kiefergelenksbewegungen vor, spricht man von einer Cranio-Mandibulären Funktionsstörung (CMD).

Wie läuft eine CMD Behandlung, Therapie von CMD ab?

Nachdem eine CMD diagnostiziert wurde, erhält der Patient in der Regel als ersten Therapieschritt eine Aufbissschiene. Dadurch kann der Biss entkoppelt, Fehlkontakte der Zähne neutralisiert und die Kiefergelenke entlastet werden. Schmerzen und Beschwerden werden damit zeitnah gelindert. Im weiteren Verlauf wird - wenn nötig - der Zahnersatz dahingehend angepasst, dass Ober- und Unterkiefer mit dem richtigen Biss zusammen kommen.

Was bringt das Tragen einer Zahnschiene?

Eine Zahnschiene soll Zähne und Kiefergelenke entlasten, indem sie verhindert, dass die Zähne direkt aufeinandertreffen (Knirschen und Pressen) und Ober- und Unterkiefer in der richtigen Position hält.

Was bewirkt eine CMD Schiene?

Eine Aufbissschiene hilft Ober- und Unterkiefer in der richtigen Position aufeinander zu treffen und eine falsche Belastung der Kiefergelenke zu vermeiden.

Welche Zahnschiene zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten. Stellt der Zahnarzt eine Diagnose für die Notwendigkeit einer Knirscher- oder Aufbissschienen, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine einfache Aufbissschiene. Die Kosten für eine Funktionsanalyse oder höherwertige Aufbisschienen müssen selbst getragen oder über eine Zahnzusatzversicherung abgerechnet werden.

Was bringt eine Zahnschiene nachts?

Eine nächtliche Zahnschiene schützt zum einen Ihre Zähne vor Schäden durch Knirschen oder Pressen und unterstützt zum anderen den Kiefer dabei, falsche Bewegungsmuster zu korrigieren.

Wie lange dauert es, bis eine Aufbissschiene wirkt?

Bei sehr starkem Zähneknirschen (Bruxismus) hält eine Aufbissschiene oft nur 6-12 Monate. Bei anderen CMD Beschwerden kann man davon ausgehen, dass die Schiene auch mehrere Jahre halten kann.

Wann braucht man eine Knirscherschiene?

Eine Knirscherschiene sollte in der Regel immer nachts getragen werden, um Schäden an den Zähnen durch unbewusstes Knirschen oder Pressen zu verhindern. Eine Aufbissschiene zur Korrektur der Bisslange sollte häufig wie möglich getragen werden.

Wie reinige ich meine Zahnschiene?

Im Rahmen der täglichen Zahnpflege sollte die Zahnschiene mit einer weichen Zahnbürste und etwas Zahnpasta abgebürstet und dann mit lauwarmem Wasser angespült werden.